Trump gegen Lügenpresse | Grüsst mir die Sonne…

Trump: „Jede Geschichte wird aus der Perspektive der Insider erzählt. Es ist die Schilderung der Leute, die das System manipuliert haben, niemals die Stimme derer, gegen die es manipuliert worden ist.“

_von Katja Wolters

Genugtuerisch berichtet die Konformistenpresse am Freitag über eine angebliche rhetorische Kurskorrektur von Donald Trump. In einer Rede in Charleston, North Carolina, hatte der republikanische Präsidentschaftskandidat am Donnerstag gesagt: „Manchmal, in der Hitze der Debatte, und wenn man über viele Dinge gleichzeitig spricht, wählt man nicht die richtigen Worte, oder man sagt das Falsche. Das ist mir passiert. Und glaubt es oder nicht, ich bereue dies.“

Spiegel-Online fasst oberlehrerhaft zusammen: „Das eiserne Nicht-Eingestehen von Fehlern gehört eigentlich zu Trumps Markenkern. Er hat wiederholt gesagt, Fehler zuzugeben sei eine Schwäche und eines Anführers nicht würdig. Außerdem, so hatte er mehrfach betont, werde er – trotz massiver Kritik – an seinem Auftreten nichts ändern.“ (1) Trump war zuvor wegen seiner Revolverschnauze und seines flinken Twitter-Fingers noch massiver als sonst in die Kritik geraten. (2)

Leider geht das ehemalige Nachrichtenmagazin nicht darauf ein, was Trump über seine Kontrahentin Hillary Clinton oder die Lügenpresse selbst zu sagen hatte. Hier der Redeausschnitt:

„Die Establishment-Medien berichten nicht über das, was in diesem Land wirklich wichtig ist oder über das, was die Menschen wirklich beschäftigt. Sie reißen meine Worte aus dem Kontext und verbringen eine Woche damit, sich in jede kleine Silbe reinzusteigern und dann so zu tun, als hätten sie eine versteckte Bedeutung gefunden.

Stellen Sie sich mal für eine Sekunde vor, die Medien würden diese Energie dafür verwenden, die Politiker zur Rechenschaft zu ziehen, deren Handlungen unschuldige Amerikaner wie Kate Steinle umbringen – sie wurde von einem illegalen Einwanderer getötet, der fünfmal deportiert worden war.

Stellen Sie sich nur vor, die Medien würden so viel Zeit damit verbringen, die Armut und Arbeitslosigkeit in unseren Innenstädten zu recherchieren. Denken Sie nur darüber nach, wie anders die Dinge laufen würden, wenn die Medien in diesem Land ihre Kameras an unsere Grenzen schicken würden oder in unsere schließenden Fabriken oder in unsere scheiternden Schulen. Oder wenn die Medien sich auf die dunklen Geheimnisse konzentrieren würden, die in den 33.000 Emails versteckt sein müssen, die Hillary Clinton gelöscht hat.

Stattdessen wird jede Geschichte aus der Perspektive der Insider erzählt. Es ist die Schilderung der Leute, die das System manipuliert haben, niemals die Stimme derer, gegen die es manipuliert worden ist. So viele Menschen leiden in Stille. Ohne Kameras, ohne Berichterstattung, ohne Empörung dieser Medienklasse, die sich sonst über alles Mögliche aufregt. Also, noch einmal, um mich geht es nicht. Um mich ging es noch nie. Es geht um die Menschen in diesem Land, die keine Stimme haben. Ich kandidiere, um ihre Stimme zu sein.“

Ein deutliches Ausrufezeichen hinter seine Ansichten setzte Trump, als er am Mittwoch mit Stephen Bannon einen erzkonservativen Medienexperten des Breitbart News-Imperiums an die Spitze seines Wahlkampfteams holte. Laut Bannon ist man bei Breitbart „virulent gegen das Establishment, insbesondere gegen die politische Dauerklasse“.

mut-zur-wahrheit-abo

(1) http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-glaubt-es-oder-nicht-ich-bereue-das-a-1108443.html
(2) http://www.compact-online.de/khan-gegen-trump-milliardaer-in-der-falle/

Quelle: Trump gegen Lügenpresse | Grüsst mir die Sonne…

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