Nein zur Burka, großzügig beim Burkini. Warum es da einen Unterschied gibt | Asylterror

Verschleierte Frauen schauen durch die Schlitze ihrer Nikab. dpa/Boris Roessler

Nikab und Burka gehören nicht nach Europa. Es muss möglich sein, das klar zu formulieren. Falsch verstandene Toleranz hilft niemandem. Konsequenz ist keine Absage an die Mitmenschlichkeit.

„Es hängt davon ab, welches Wertesystem wir verteidigen wollen: Das der Flüchtlinge, in deren Herkunftsländern es noch immer keine rechtliche Gleichstellung für Frauen gibt? Oder das Wertesystems Europas, wo Frauen emanzipiert und selbstbewusst leben dürfen. Diese Frage müssen wir zuerst selbst beantworten.“

Die Islamkritikerin Sabatina James sagte diese Sätze im ZDF mit Blick auf die Verheiratung Minderjähriger. Doch die Gültigkeit ihrer Aussage geht weit darüber hinaus. Sie zielt auf den Grundsatz, wie Deutschland, wie Europa Zuwanderung und Integration bewerkstelligen will.

Die Antwort kann nur lauten, dass es um die Verteidigung der westlichen Werte geht. Es geht um die Kultur, die in der Antike wurzelt und die auf der christlich-jüdischen Tradition aufbaut. Es geht um die Botschaft der Aufklärung, die die Basis für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit legte. Es geht um Menschenrechte und Menschenwürde. All das ist heute mehr gefährdet als lange gedacht.

Die Annahme des Humanismus, dass die Menschheit automatisch zu einer besseren Existenzform finden würde, hat sich als Irrtum erwiesen. Daraus lässt sich nur Konsequenz ableiten. Wie in der Erziehung „anything goes“ ins Übel führt, so endet falsch ausgelegte Toleranz in Beliebigkeit. Das kann nicht sein.

Es gelten die hier üblichen Rahmenbedingungen

Darum ist es wichtiger denn je, dass sich die aufgeklärte Welt ihrer Grundsätze bewusst ist und diese auch verteidigt. Wer also in Europa, in Deutschland leben will, muss sich den hier üblichen Gepflogenheiten fügen. Das ist ebenso selbstverständlich wie einfach. Denn es hat überhaupt nichts mit Zwang zu tun. Im Gegenteil.

Die aufgrund dieser Werte garantierte Religionsfreiheit ermöglicht es Christen, Juden, Muslimen, Buddhisten, Hindus und allen anderen ebenso wie Atheisten nach ihrer Facon selig zu werden. Die Gleichheit vor dem Gesetz schafft Sicherheit, auf die Meinungsfreiheit kann sich jeder berufen. Es gibt nur eine Einschränkung: Es gelten die hier üblichen Rahmenbedingungen.

Und dazu gehört die Vorherrschaft des Mannes über die Frau ebenso wenig wie die Zwangsverheiratung, die Ehe von Minderjährigen oder die Vollverschleierung. Männer und Frauen sind gleichberechtigt, Frauen und Mädchen keine Wesen zweiter Klasse. Und zu einer offenen Gesellschaft gehört, dass jeder weiß, mit wem er es zu tun hat.

Es kann nicht angehen, dass sich Menschen quasi inkognito durch das Land bewegen. Nikab und Burka gehören nicht hierher. Und man muss sie auch nicht salonfähig machen, nur weil möglicherweise einige Frauen sonst gar nicht mehr vor die Türe gehen dürfen. Dies klar zu formulieren, wäre eine politische Selbstverständlichkeit, völlig unabhängig davon, ob es viele Frauen mit Vollverschleierung gibt oder nicht.

Der Burkini passt nicht in die aktuelle Debatte

Das hat übrigens nichts damit zu tun, dass so Menschen in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt würden. Jede Frau, die das wünscht, kann ihr Haar bedecken. Aber sie muss Gesicht zeigen. Und darum soll ruhig jede Frau, die will, einen Burkini tragen. Es ist schräg, die Debatte auch auf diese Bademode auszuweiten. Niemand kann eine Frau dazu zwingen, ihren Körper zu zeigen. Doch jeder muss wissen, mit wem er es zu tun hat.

Es wird höchste Zeit, dass wir zu unseren  Werten selbstverständlich und mit Selbstbewusstsein stehen und nicht aufgrund falsch verstandener Liberalität allen alles zugestehen. Aber eines muss dabei klar sein: Zu den Werten des Abendlandes gehört auch das Gebot der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Es war und bleibt richtig, Menschen in Not aufzunehmen. Wenn wir formulieren, dass wir bestimmte Gepflogenheiten anderer Kulturen nicht akzeptieren, heißt das nicht, dass wir Flüchtlingen nicht helfen sollten – in einem kontrollierten und möglichst europaweiten Verfahren. Im Gegenteil: Großherzigkeit gehört auch zur aufgeklärten Welt. Beliebigkeit aber nicht.

Quelle: Nein zur Burka, großzügig beim Burkini. Warum es da einen Unterschied gibt | Asylterror

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