Saudischer Vizekronprinz stoppt Bau der König Fahd Akademie in Berlin

Vizekronprinz von Saudi Arbabien und Chef des Königlichen Hofes in Riad Mohammed ibn Salman (30) studierte selbst an einer Akademie mit weltlichem statt islamischem Lehrplan. Er stoppte in Bonn und Berlin die umstrittene König-Fahd-Akademie (Foto: wikimedia/CC BY-SA 3.0)

Vizekronprinz von Saudi Arbabien und Chef des Königlichen Hofes in Riad Mohammed ibn Salman (30) studierte selbst an einer Akademie mit weltlichem statt islamischem Lehrplan. Er stoppte in Bonn und Berlin die umstrittene König-Fahd-Akademie (Foto: Wikipedia/CC BY-SA 3.0)

Den Berliner Baugewerken geht nun salopp ausgedrückt ein 3 Millionen Euro Auftrag, bezahlt von der saudischen-arabischen Köngskasse aus Riad, durch die Lappen. Der Berliner Staatsschutz dürfte allerdings erleichtert sein. Der im Januar vorgen Jahres vom neuen saudischen König Salman berufene junge saudische Vizekronzprinz zugleich Verteidigungsminister und zudem Chef des Hofes Mohammed ibn Salman (30) hat persönlich gegenüber der saudischen Botschaft in Berlin angeordnet, einen umstrittenen Bau einer islamischen Schule für 400 Kinder außerhalb eines deutschen Lehrplanes oder einer deutschen Kontrolle in der Glockenturmstraße im Charlottenburger Ortsteil Westend sofort zu stoppen, obwohl der vierstöckige Rohbau für das wuchtige Gebäude auf 9.200 Quadratmetern fast hochgezogen ist.

Gestoppt: der Rohbau der geplanten König-Fahd-Akademie in der Glockentrumstraße in Berlin Westend (Screenshot: rbb Abendschau)

Gestoppt: der Rohbau der geplanten König-Fahd-Akademie in der Glockentrumstraße in Berlin Westend (Screenshot: rbb Abendschau)

Die geplante Berliner Schule sollte ein Ableger der König Fahd Akademie im Bonner Stadteilt Bad Godesberg werden, die im Jahr 1995 für 170 vorübergehend in Deutschland lebende ausländische Kinder vor allem von Diplomaten erbaut worden war.

Diese ist mit einer Moschee gekoppelt. Und sorgte in der Vergangenheit für Negativschlagzeilen.

So hatte das Kölner Regierungspräsidium der Bildungseinrichtung im Jahr 2003 „fundamentalistischen Islamismus an und in der Schule“ vorgeworfen und mit dem Entzug der Genehmigung gedroht. Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beschäftigte sich mit der Einrichtung, weil dort zum Heiligen Krieg aufgerufen worden sein soll, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung 2004 berichtete. „Im Schulunterricht pauken die Kinder radikalen Islamismus“, recherchierte im Jahr 2005 das ARD-Magazin Panorama.

Nun hat Vizekronprinz Mohammed ibn Salman die Schließung der König-Fahd-Akademie in Bonn sowie den Baustopp für die Berliner Baustelle angeordnet. Das erfuhr der Berliner Tagesspiegel von der Saudischen Botschaft in Berlin.

Der junge Vizekronprinz Mohammed ibn Salman hat seinen Bachelor in islamischer Rechtswissenschaft an der staatlichen König-Saud-Universität in Riad gemacht, die nach einem weltlichen anstatt nach einem islamistischen Lehrplan unterricht. Die Entscheidung steht nach Angaben saudischer Diplomaten in engem Zusammenhang mit dem vor allem vom Vizekronprinzen  vorangetriebenen Reformprozess zum Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft in Saudi-Arabien, die er Vision 2030 nennt.

Die Begründung zur Schließung ist für Deutschland eher schmeichelhaft.

Zur Begründung hieß es: Es sei eines der wichtigsten Anliegen der Regierung in Riad, der saudischen Jugend zur bestmöglichen Ausbildung und Erziehung zu verhelfen. Nur so könne das Ziel der „Vision 2030“ erreicht werden, Saudi-Arabiens Wirtschaft ohne Öl-Exporte international wettbewerbsfähig zu machen. Weil Deutschland über „eines der weltweit besten Bildungssysteme“ verfüge und Saudi-Arabien von diesem lernen könne, sehe die Regierung in Riad keine Notwendigkeit mehr für eine saudische Schule in Deutschland.

Saudi Arabien hatte das Grundstück für den Schulneubau in Berlin im Jahr 2010 vom landeseigenen Liegenschaftsdienst Berlin erworben und brauchte nur 2,9 Millionen Euro dafür zu bezahlen. Das waren 900.000 Euro unter dem damaligen Verkehrswert des Grundstücks. Der Dumpingpreis von 300 statt 500 Euro pro Quadratmeter wurde damit begründet, dass die Berliner auf eine Einschränkungsklausel für die 20jährige Nutzung der Schule bestanden hatten. Demnach sollte die Nutzung der Schule als Moschee verboten sein. Wegen dieser allerdings rechtlich unzulässigen Bürde an den neuen Besitzer weigerte sich das Grundbuchamt am Amtsgericht Charlottenburg bis heute, den Kauf ins Grundbuch einzutragen, wie rbb berichtete. Somit handelt es sich bei dem bereits erfolgten Rohbau um einen Schwarzbau, den die Saudis aber in Kauf nahmen und einfach losbauten. Motto: Es wird schon nicht wieder abgerissen werden, man wird sich schon irgendwie diplomatisch einigen.

Das ist nun durch das Machtwort von Vizekronprinz Mohammed ibn Salman nicht mehr nötig.

Quelle: Saudischer Vizekronprinz stoppt Bau der König Fahd Akademie in Berlin


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