Zum Thema „ISLAM gehört zu Deutschland“

Danke Hartmut für diese sehr gute Zusammenfassung Deinerseits!

LG Andy

 

Wer immer noch behauptet, dass der Islam zu Deutschland oder zur firmierten BRD gehört, möge doch bitte den historischen Nachweis erbringen, wann und wo der Islam in der Geschichte der Deutschen erwähnt wird.
Wo kommt in der Geschichte der Deutschen der Islam vor?
Zeittafel: Deutsche Geschichte (konventionell/traditionell…)
742-814 Karl der Große [=Charlemagne]: „Römischer und römisch-deutscher Kaiser“ bringt das „fränkische Reich“ zu seiner größten Ausdehnung; 800 wird er in Rom zum „römischen Kaiser“ gekrönt.
843 Teilung des Fränkischen Reiches entlang des Rheins, in Ostfranken und Westfranken. Aus Westfranken wird Frankreich; aus Ostfranken wird das „Heilige römische Reich deutscher Nation“.
962-1806 „Heiliges römisches Reich deutscher Nation“. Otto I wird 962 zum ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; Franz II gibt 1806 den Titel auf, der völlig bedeutungslos geworden ist.
1096-1270 Die Kreuzzüge, in denen das Heilige römische Reich eine große Rolle spielte.
1122 Wormser Konkordat: ein Kompromiss zwischen dem deutschen Kaiser und dem Papst darüber, wie Bischöfe eingesetzt werden.
1152-1190 Friedrich I Barbarossa: deutscher Kaiser, viele Konflikte mit den Päpsten; ertrank 1190 beim dritten Kreuzzug in Kleinasien.
1212-1250
Friedrich II: Enkel von Friedrich Barbarossa. Nach seinem Tod verloren die deutschen Kaiser endgültig den Machtkampf mit den Päpsten, und das Kaiserreich zerfiel [=fell apart]/zersplitterte [=split into fragments] zunehmend in kleinere Königreiche und weltliche und geistliche Fürstentümer.
1226-1283 Der deutsche Orden (ein geistlicher Ritterorden [=religious order of knights]) erobert Preußen. Bis zu seiner Niederlage 1410 gegen Polen-Litauen dehnte der deutsche Orden das deutsche Reich weiter nach Osten aus.
1500-1558 Karl V: der letzte mächtige Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; kämpfte gegen Luther und die Reformation. Für ihn war Deutschland nur ein Nebenland seines burgundisch/spanischen Weltreichs.
1517 Martin Luthers (1483-1546) 95 Thesen gegen den Ablass [=indulgences sold (often corruptly) by the church to shorten sinners‘ time in Purgatory].
1534 Luther beendet seine Übersetzung der Bibel ins Deutsche.
1555 Der Augsburger Religionsfriede: Karl V. verliert den Kampf gegen den Protestantismus, und muss den deutschen Fürsten erlauben, für ihre Gebiete zwischen Protestantismus und Katholizismus zu entscheiden. Die meisten Deutschen wählen den Protestantismus, zum Teil als Reaktion auf die Ausnutzung [=exploitation] der Deutschen durch die römische Kirche.
1618-1648 Der Dreißigjährige Krieg. Der Krieg begann als Glaubenskrieg und endete als Machtkampf zwischen den katholischen Habsburger Kaisern (die Spanien, Österreich, Böhmen, große Teile von Italien und die südlichen Niederlande kontrollierten, und mit Hilfe der katholischen deutschen Fürsten um ihre traditionelle Macht in Deutschland kämpften) und den protestantischen Franzosen und Schweden (mit Hilfe der protestantischen deutschen Fürsten). Resultate des Krieges:
Religionsfreiheit
Zerstörung und Verarmung der deutschen Länder
Frankreich wird das mächtigste Land in Europa
Das Heilige Römische Reich wird eine bedeutungslose Formalität
1683-1714 In den Kriegen gegen die Türken und im spanischen Erbfolgekrieg wird Österreich zur europäischen Großmacht.
1756-1763 Der Siebenjährige Krieg. Preußen unter Friedrich dem Großen (1712-1786) wird zur europäischen Großmacht, und gewinnt ab jetzt zunehmend den Kampf gegen Österreich um Macht und Einfluss in Deutschland.
1772-1795 Die drei Teilungen Polens. Preußen, Österreich und Russland teilen Polen unter sich auf.
1789 Die französische Revolution, gegen die Preußen und Österreich energisch kämpfen.
1815 2. Pariser Frieden nach der Niederlage Napoleons. Mit dem Kampf gegen die französische Revolution und dann gegen Napoleon endet das Heilige Römische Reich offiziell, und zugleich beginnt das Ende der deutschen Kleinstaaten. Es gibt nun einen losen [=loose] „Deutschen Bund“ mit einem Bundestag in Frankfurt (dessen Präsident von Österreich bestimmt wurde), der aber wenig Macht hat. Preußen und Österreich unterdrücken erfolgreich die sich formenden demokratischen Bestrebungen.
1848 Märzrevolution. In Österreich wird der Konservative Minister Graf Metternich entlassen, und im deutschen Bund wird eine liberale Nationalversammlung [=national assembly] demokratisch gewählt, aber Österreich und Preußen verhindern die Reformen
1861 Wilhelm I wird König von Preußen, und ernennt 1862 Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten.
1866 Bismarck erklärt den Deutschen Bund für erloschen [=extinguished, expired] und Preußen gewinnt den daraus resultierenden Krieg mit Österreich in der Schlacht bei Königgrätz, und damit die effektive Kontrolle über die deutschen Länder im neuen „Norddeutschen Bund“.
1870-1 Deutsch-Französischer Krieg. Dabei passiert folgendes:
10.12.1870: der Norddeutsche Bund wird zum „Deutschen Reich“
18.1.1871: Wilhelm I wird zum deutschen Kaiser proklamiert
Im Frankfurter Frieden geht Elsass-Lothringen an das Deutsche Reich
Das deutsche Reich ist offiziell eine konstitutionale Monarchie mit einem demokratisch gewählten Parlament, aber die Macht haben der Kaiser und der von ihm ernannte Reichskanzler
1875 Gründung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) aus dem Zusammenschluss der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein.
1878 Bismarcks „Sozialistengesetz“ verbietet (nach zwei Attentatsversuchen [=attempted assassinations] gegen Kaiser Wilhelm) alle sozialistischen und kommunistischen Vereine, aber nicht die SPD. Das Gesetz wurde bis 1890 verlängert, ohne zu verhindern, dass die SPD immer mächtiger wurde.
1883/1889 Bismarck begründet die Sozialversicherung. Das erleichtert aber kaum die Spannung zwischen seiner konservativen Regierung und der Arbeiterklasse.
1888 Dreikaiserjahr: Wilhelm I und sein Nachfolger Friedrich III sterben im gleichen Jahr. Der 29 Jahre alte Wilhelm II wird Kaiser.
1890 Wilhelm II entlässt Bismarck und beginnt seine imperialistische Politik
1904, 1907 England, Frankreich und Russland formen eine „Entente“ gegen den „Dreibund“ von Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien.
1914-1918 Erster Weltkrieg, ausgelöst von der Ermordung des österreichisch-ungarischen Erzherzogs Franz Ferdinand in Sarajevo. Im Vertrag von Versailles verliert Deutschland seine Kolonien, sowie Elsass-Lothringen an Frankreich und Posen und den „polnischen Korridor“ an Polen; Deutschland muss erhebliche Reparationen zahlen, und das Rheinland demilitarisieren. (Immer noch ein großzügigerer [=more generous] Friedensvertrag als der Frieden von Brest-Litovsk, den Deutschland im März 1918 mit Russland geschlossen hatte. Russland sollte viel Land an Deutschland abgeben, die Unabhängikeit Polens, Georgiens und der Ukraine anerkennen, und erhebliche Reparationen an Deutschland zahlen.)
9.11.1918 Die Novemberrevolution setzt Kaiser Wilhelm ab, ohne nennenswerten Widerstand des Militärs, das erkannt hatte, dass der Krieg verloren war, und wusste, dass die Entente nur mit einer demokratischen Regierung verhandeln [=negotiate] wollte. Am 11.11.1918 endet der Krieg. Den Machtkampf zwischen gemäßigten [=moderate] und linksradikalen Kräften gewinnen relativ leicht die gemäßigten Kräfte, durch die Unterstützung des Militärs.
15.1.1919 Soldaten des Freikorps (Berliner Truppen, die aus ehemaligen Frontsoldaten bestehen) entführen die Führer der Ende 1918 gegründeten KPD (Kommunistische Partei Deutschlands), Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, und ermorden sie brutal. Sie werden dafür später vor Gericht freigesprochen. Diese Morde und die Ereignisse der Novemberrevolution begründen das verhängnisvolle Misstrauen der radikalen und gemäßigten Linken zueinander in der Weimarer Republik.
1919-1933 Die Weimarer Republik: Deutschlands erste demokratische Verfassung.
1919-1923 „Die Krisenjahre“: Inflation, Putschversuche [=attempted coups]. Auch Hitler versucht 1923 einen Putsch, bleibt aber nur acht Monate im Gefängnis, wo er Mein Kampf schreibt.
1922-1929 „Die goldenen zwanziger Jahre“: es geht der Weimarer Republik relativ gut.
1930-1933
Weltwirtschaftskrise. Arbeitslosigkeit und politisches Chaos in Deutschland.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s