IS-Chef im US-Foltergefängnis Abu-Ghuraib radikalisiert? – Info-DIREKT

Foto: flickr.com / Day Donaldson / (CC BY 2.0)

Einer Reportage der Enthüllungsplattform „The Intercept“ zufolge, könnte der IS-Anführer Ibrahim Awad Ibrahim al-Badry im US-Foltergefängnis Abu-Ghuraib radikalisiert worden sein.

2004 sorgte die Veröffentlichung von Bildmaterial aus dem Gefängnis im Irak international für einen Skandal. Das Foto- und Videomaterial dokumentierte wie irakische Gefängnisinsassen von ihren US-amerikanischen Wärtern schwer misshandelt, vergewaltigt und gefoltert wurden.

Mit starken Stromstößen wurden Gefangene gefoltert Foto: wikimedia
Mit starken Stromstößen wurden Gefangene in Abu Abu-Ghuraib gefoltert Foto: wikimedia

Die Bilder sorgten damals weltweit bei Regierungen und Medien für große Empörung, woraufhin sich sogar der damalige amerikanische Präsident George W. Bush und sein Verteidigungsminister Donald Rumsfeld öffentlich entschuldigten. Die verantwortlichen Gefängniswärter wurden zwar verurteilt, was jedoch aus vielen der betroffenen Insassen wurde, weiß niemand.

Bisher wurde vermutet, dass IS-Chef Ibrahim Awad Ibrahim al-Badry im „Camp Bucca“, einem US-amerikanisches Gefangenenlager in der Nähe der Hafenstadt Umm Qasr im Süden des Iraks in Haft saß. Nun bestätigte jedoch die US-Armee Journalisten von „The Intercept“, dass
er in Abu-Ghuraib für acht Monate unter der Gefangenennummer US9IZ-157911CI interniert gewesen sei.

Gefängniswärter posiert vor Foltertoten Foto: wikimedia
Gefängniswärter posiert vor Foltertoten Foto: wikimedia

Der Lebenslauf von Ibrahim Awad Ibrahim al-Badrys ist nur sehr vage bekannt, was eine Analyse der Persönlichkeit und seiner Motivation deutlich erschwert. Die USA tragen aber auch selbst einen großen Teil dazu bei. Von Seiten der US-Armee gab es nämlich bisher sehr viele widersprüchliche Angaben zu seiner Haftzeit und seinen Haft-Aufenthalten im Irak.

Auf „Kalif Ibrahim“, wie sich der Mann selbst nennt, haben die USA ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar ausgesetzt. Er wird für Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ethnische Säuberungen und Strafen wie Enthauptungen, Kreuzigungen, Ertränkungen und lebendige Verbrennungen im Kalifat verantwortlich gemacht.

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In Abu-Ghuraib wurden Gefangeene wie Tiere behandelt Foto: wikimedia

Stellt sich sein vermeintlicher Aufenthalt in Abu-Ghuraib nun als Tatsache heraus, würde dies einige Fragen zu seiner Radikalisierung klären. Wer die Bilder der Zustände in den, von den USA betriebenen irakischen Gefängnisse kennt, wundert sich nicht darüber, dass diese in den Nachkriegsjahren den Ruf von „Dschihad-Universitäten“ erhielten.

Mit der Aufdeckung dieser Geschichte, gäbe es wieder einen Beweis mehr dafür, dass die USA selbst das Monster erschaffen haben, das sie jetzt zu bekämpfen vorgeben.

Quelle: IS-Chef im US-Foltergefängnis Abu-Ghuraib radikalisiert? – Info-DIREKT

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