Michael Mannheimer Blog » Blog Archiv » Russischer Experte: „Europa mutiert faktisch zu einer „Halbkolonie“ der USA“

USA-EU

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„Sputniknews“ ist die inoffizielle Stimme des Kreml
Das macht den vorliegenden Artikel so interessant

Die vorliegende Meldung ist dem russischen Medienportal Sputniknews entnommen. Es handelt sich dabei um ein  Nachrichtenportal, das 2014 vom staatlichen russischen Medienunternehmen Rossija Sewodnja gegründet wurde. Sein Name ist der russisch-internationalen Zeitschrift Sputnik entlehnt, die sich als publizistisches Sprachrohr der ehemaligen Sowjetunion verstand.

Das macht diese Nachricht insofern hochinteressant, als davon auszugehen ist, dass e sich um die offizielle Meinung des Kreml in Bezug auf die bilateralen Verhältnisse zwischen USA und Russland handelt. Wer noch in den Zeiten es Kalten Kriegsaufgewachsen ist, wird sich dabei unweigerlich an die damalige Rolle der Pravdaerinnern:

Die größte Zeitung der Sowjetunion war für ausländische Korrespondenten und Geheimdienste stets eine zuverlässige Quelle, was der Kreml dachte und plante – was er aber auf dem für die Politik üblichen diplomatischen Weg nicht unbedingt herüberbringen wollte.

Sputnik gab 2015 an, Redaktionen an 130 Standorten in 34 Ländern zu haben und in 30 Sprachen zu senden.

Michael Mannheimer, 6.9.2016


 05.09.2016

US-Politik: „Europäer werden ausgenutzt wie einst Amerikas Ureinwohner“ 

Europa mutiert laut einem russischen Politik-Experten faktisch zu einer „Halbkolonie“ der USA und wird von ihnen ausgenutzt, wagt aber kaum Widerstand.

Finnlands Außenminister nennt USA „weltweit einzige Großmacht“ Andrej Manoilo, Professor an der Staatsuniversität Moskau, schreibt in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“:

„Es nimmt weltweit die Irritierung über jene groben Methoden zu, mit denen die Vereinigten Staaten ihre Überlegenheit in der Weltpolitik etablieren.“

„Die US-Geheimdienste hören Telefongespräche westlicher Staats- und Regierungschefs ab, um diese Daten dann für Erpressung zu instrumentalisieren (…) Die USA zwingen ihren europäischen Verbündeten die für deren Wirtschaft verderblichen antirussischen Sanktionen auf – und die aufgeklärten europäischen Länder, die auf ihre Traditionen und Kultur stolz sind, müssen sich fügen“,

schreibt Manoilo.

Finanzexperte Wolff: USA profitieren von EU-Sanktionen, Deutschland ist der Verlierer.

„Europa, das einst den Wilden Westen kolonisiert hatte, wurde derzeit faktisch zu einer Halbkolonie der Vereinigten Staaten, die ihre Kontrolle darüber endgültig festigen wollen. Unter anderem legen sie der EU die Schlinge der ‚Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft‘ um den Hals, die eine knechtende Abhängigkeit der europäischen nationalen Regierungen von nationenübergreifenden US-Konzernen bewirken soll“,

so der Kommentar.

„Die Europäer begreifen zwar, dass sie ausgenutzt werden wie einst die Ureinwohner während der Kolonisierung Amerikas, tun aber so, als ob alles in Ordnung wäre. Niemand von ihnen wagt, das durchgefaulte Diktat der USA herauszufordern“,

postuliert Manoilo. Weltweite US-Dominanz: Das Ende naht.

„Lange und bedingungslos haben die Europäer alle Aktivitäten Washingtons unterstützt, an allen Militärkonflikten im Nahen Osten, in Afrika und in Asien teilgenommen und Verluste erlitten.

Ausgerechnet französische und britische Truppen starteten die militärische Intervention in Libyen. Dabei versprachen die USA ihren europäischen Verbündeten eine Art Schirm, um sie vor allen denkbaren und undenkbaren Bedrohungen zu schützen.

Als die aus US-Aktivitäten resultierte IS-Gruppe jedoch nach Europa kam, Sprengsätze in Paris explodieren ließ und den Anschlag in Nizza organisierte, benachrichtigten die USA die Franzosen bescheiden, dass diese sich selbst um sich kümmern müssten (…) Der Schirm erwies sich als löchrig“,

schreibt der Experte.

Krise der Außenpolitik

„Die Welt wird immer unfreundlicher zu den USA“

Er stellt fest:

„Wenn man Washingtons außenpolitische Grundsätze analysiert, gelangt man zu dem Schluss: Die USA können sich im Prinzip nicht mit dem Gedanken abfinden, dass es in der Welt Meinungen gibt, die sich von ihrem eigenen Standpunkt unterscheiden; dass Länder existieren, die einen selbständigen Kurs ohne Rücksicht auf das Weiße Haus betreiben.“

„Als junge Nation gehen die Amerikaner in der Weltpolitik wie impulsive Halbwüchsige vor, die zunächst Mist bauen und es dann anderen überlassen, sich mit den Konsequenzen abzuplagen. Ein Beispiel dafür ist der Migranten-Zustrom nach Europa:

Er geht auf den ‚Arabischen Frühling‘, den Libyen- und den Syrien-Krieg zurück, die von den Amerikanern initiiert wurden. Die USA machen  sich keine Gedanken über die Folgen – und dies ist ein kolossales Problem für die Sicherheit der gegenwärtigen Welt“,

heißt es zum Schluss.

Quelle:
http://de.sputniknews.com/politik/20160905/312415719/usa-europaeer-ausgenutzt.html

Quelle: Michael Mannheimer Blog » Blog Archiv » Russischer Experte: „Europa mutiert faktisch zu einer „Halbkolonie“ der USA“

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