Kokain: Des einen FREUD, des anderen Leid

… und meine Frau macht`s rammlig! Sorry, ich bin zur Zeit, aufgrund eines übermäßigen Kokain-Genusses, gerade etwas verschnupft und überdreht. Nichts gegen diese Droge, aber ich hab wohl in den letzten Tagen, Wochen, Monaten, Jahren etwas zu viel davon im Hauptwasch- und Rückwärtsgang eingenommen. Okay, vielleicht gibt es auch andere Gründe, warum ich so hippelig bin? Ich weiß es nicht! Ich weiß nur eins, und das ist, dass ich die Nase vom diabolischen Finanzsystem mittlerweile gestrichen voll habe! Oder habe ich doch zu viel am Koks geschnüffelt! Was meinst Du? Na klar, und deshalb brauch ich mich ja nicht mehr zu wundern, warum meine Pumpe verrückt spielt, sprich, warum mein Herzschlag rast und sich meine Atmung so anhört, als wenn ein reudiger Hund am verrecken ist. Verstehst Du das?

Coca Cola – Kokain – das passt!

Nun, ich denke mir, dass ich wegen diesen kleinen Unpässlichkeiten den Konsum von Koksa-Coca-Cola etwas reduzieren sollte. Lach nicht, denn als zur Herstellung des Softdrinks Coca Cola im Jahre 1886 der Erfinder dieses Gebräus, der John Pemberton, seine Rezeptur mit Kokablättern verfeinerte, erlebte die leckere Medizin von da an einen schrägen Aufschwung. Von da an war „Coca – in“, statt in der Nase, erst einmal in aller Munde. Obwohl das Unternehmen Coca-Cola, aufgrund steigenden Drucks der Öffentlichkeit, im Jahre 1903 das Kokain aus dieser Plörre entfernte, bzw. da das Unternehmen Coca Cola dieses eklige Gesöff seit 1904 durch ein wirkstoffloses Extrakt aus der Cocapflanze ersetzte, [1] sorgt Coca Cola noch heute, zumindest wenn man der Werbung glaubt, für Euphorie, Hysterie, Durchblick und Energie – Coca Cola Feeling halt.

Kokain-Tonika in Heil- und Zaubertränken

Durch den Erfolg der komischen Mixtur fühlten sich damals auch andere Firmen dazu berufen die „wahre Wunder wirkende“ Kokain-Tonika ihren Heil- und Zaubertränken, sowie den Stärkungsmitteln und Weinen beizumischen. Da Kokain bis dahin nicht als gefährliche Substanz angesehen wurde und auffälliges Suchtverhalten als Charakterschwäche abgetan wurde, kamen immer neue Wundermittel auf den Markt. So mixte im Jahre 1863 der korsische Chemiker Angelo Mariani ein Getränk zusammen, das er den Namen „Vin Mariani“ gab.

„Es enthielt Süßwein und ein Extrakt aus Cocablättern. Seine anregende Wirkung sprach sich schnell herum und es fand viele Verehrer wie die Königin Victoria oder den Papst Leo XIII., der den Erfinder des Getränks zum „Wohltäter der Menschheit“ erklärte.“ [1]

Okay, andere Knalltüten folgten! So warben bis ins frühe 20. Jahrhundert weitere bekannte Persönlichkeiten, wie etwa der Erfinder Thomas Edison, aber auch die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt, für Coca Cola. [2] Diese „Vorbilder“ sorgten zu jener Zeit dafür, dass auf einmal eine breite Bevölkerungsschicht dem Kokain positiv gewogen war. Diese Haltung blieb natürlich nicht ohne Folgen. Von nun an wollte Hinz und Kunz – also jeder Depp – sich mal was Ordentliches durch die Nase ziehen.

Kokain ist das stärkste und gefährlichste Anregungsmittel pflanzlicher Natur

Nur blöd, dass im Laufe der Zeit die lustigen Nebenwirkungen, bei denen man entweder den Arzt, Apotheker oder aber auch die „zur Schausteller“ der Hollywoodszene erschlagen sollte, immer mehr zu Tage traten. Dazu gleich mehr, denn obwohl heute Kokain als das stärkste und gefährlichste Anregungsmittel pflanzlichen Ursprungs ist, kauten bereits die Inkas in den Anden – im Hochgebirge halt -, da wo die Luft arg dünn ist – vor 3000 Jahren die Blätter von Kokasträuchern. Und dies taten sie natürlich nicht ohne Grund, denn die Kokablätter regten den Herzschlag und die Atmung an, und so konnten die Inkas den Folgen der dünnen Bergluft entgegenwirken. Schön, die einen nahmen es wegen der dünnen Bergluft, doch andere, wie zum Beispiel die peruanischen Ureinwohner, pfiffen sich, um sich bei religiösen Zeremonien in eine gute Stimmung zu versetzen, die Droge auch so rein. War das ein Spaß, aber der Spaß hörte, als in der Kolonialzeit die Menschen im Hochland von Bolivien, dem Altiplano, in 4000 Meter Höhe damit anfingen sich in Zinn- und Silberminen den Rücken rund zu scheuern, auf. Von dieser Zeit an diente das Kauen von Kokablättern dazu die elendige Plackerei einigermaßen erträglich zu gestalten. Prost Mahlzeit, darauf stoß ich erst einmal an! Wo war ich gerade stehengeblieben? Ach ja, so wurde in Bolivien der Anbau und die Ernte von Cocasträuchern fester Bestandteil der Landeskultur. Schöne Kultur – könnte mir was Schöneres vorstellen! Okay, die Cocaleros, so bezeichnet man die Pflanzer, die den Cocastrauch in den südamerikanischen Tiefländern anbauen, waren in der 1980er Jahren verstärkt dem außenpolitischen Druck der „Unheiligen Terror-Staaten von Amerika“ ausgesetzt und so sollte bei den Kleinproduzenten im Land die Produktion der Droge Kokain eingedämmt und der Anbau der Kokasträucher generell gestoppt werden.

„Da jedoch sowohl die Cocaleros im Tiefland als auch die Konsumenten von Cocablättern und Cocatee im Hochland auf den Anbau der Cocapflanzen angewiesen sind, hat die Cocalero-Bewegung in Bolivien in den 1990ern rasch an Einfluss gewonnen.“ [3]

Der Staatspräsident Boliviens, Evo Morales, ist ein Anführer der Cocalero-Bewegung

Dieser Einfluss ging tief in die Politik hinein und so ist es auch nicht dem Zufall geschuldet, dass einer der Anführer der Cocalero-Bewegung, der am 18. Dezember 2005, mit einem Stimmenanteil von mehr als 54 %, gewählte Staatspräsident Boliviens, ein Herr namens Evo Morales, ist. [3] Kein Wunder, dass das Volk ihn so lieb hat, denn in Bolivien, aber auch in anderen Tropenländern, ist der Handel, der Anbau und der Konsum von Cocablättern legal. In den meisten Ländern dieser Welt fällt Kokain jedoch unter das Betäubungsmittelgesetz. [1]Ach ja, bevor ich es vergesse:

„Im Jahre 1560 trat in Neuspanien ein generelles Cocaverbot in Kraft, das allerdings 1569 wieder aufgehoben wurde, da die Besetzer erkannten, dass das Coca kauen so tief in der einheimischen Kultur verwurzelt war, dass es unmöglich war seinen Gebrauch zu unterbinden. Außerdem war Coca – und ist bis heute – ein wichtigstes Handelsgut und Zahlungsmittel zwischen den Indianerstämmen. Dass es mittlerweile auch internationalen Drogenkartellen hohe Einnahmen beschert und der wichtigste Wirtschaftszweig zahlreicher südamerikanischer Staaten, wie etwa Kolumbien, geworden ist, sei an dieser Stelle auch erwähnt.“ [1]

1902 gelang es Richard Willstätter das Kokain künstlich herzustellen.

Genug der Worte über die Kokablätter und über die Cocaleros, denn bei so viel Cocolores komm ich nun zum guten Kokain, das dank Albert Niemann, das Licht der Welt erblickte. Etwas später, genauer gesagt im Jahre 1898, wurde die Strukturformel des „Koks“ entdeckt und im Jahre 1902 gelang es Richard Willstätter das Kokain im Labor künstlich herzustellen.[1] So ist es dem deutschen Chemiker Albert Niemann und dem Richard Willstätter zu verdanken, dass Kokain mittlerweile weltweit die Runde macht, bzw. dass der eine oder andere Riecher daran schnüffelt. Und so nahm die Geschichte seinen Lauf. Mal verteufelt und mal für gut befunden, war es so, dass im Jahre 1885 der Wiener Augenarzt Karl Koller, auf Rat seines Kollegen Sigmund Freund, das Kokain in der Augenchirurgie verwendete. Es stellte sich damals heraus, dass Kokain zur örtlichen Betäubung bei Augenoperationen ein wirksames verlässliches Lokalanästhetikum war. Dadurch wurde eine Vollnarkose überflüssig. [1] Deshalb ist es auch verständlich, dass das Kokain heute nicht nur in der Augenheilkunde, sondern auch in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde Anwendung findet. [4]

Kokain der Gesundheit zu Liebe?

Kokain heilt u.a. Depressionen und Impotenz

Schauen wir uns nun die Droge, die des einen FREUD, aber des anderen Leid ist, noch etwas näher an. Okay, ich spreche hier von dem Neurologen Sigmund Freud, der die Droge als Erster in der Gesellschaft hoffähig machte. Er, der auch eine KonsumENTE dieser Droge war, pries eine Kokain-Tinktur zur Heilung von Depressionen und schlaffen Säcken, sprich, Impotenz an. Bei ihm hatte das Zeug wohl gewirkt, denn bei ihm lagen die Vorteile (erigiertes Glied) wahrscheinlich auf der Hand. Aus diesem Grunde, so meine weitere Vermutung, bezeichnete er das Kokain auch als „magische“ Substanz. [2] Als unvoreingenommenen, objektiven Beobachter fällt er, aufgrund seines eigenen Drogenmissbrauchs, jedoch weg, aber wegen seines Namens und seiner Stellung war es ihm dennoch erlaubt sich selber und seinen Freunden die gute Medizin zu verschreiben. So ist es dem Freud zu verdanken, dass die Verbreitung der Droge von da an Tür und Tor geöffnet wurde. Obwohl der Freud schon zu dieser Zeit bemerkte, dass Kokaingenuss zum körperlichen und moralischen Niedergang führt, war die Wunderdroge, die, wen wunderts, mit vielen lustigen Nebenwirkungen aufwartet, nicht mehr zu stoppen. Okay, dem Freud seis verziehen, denn nachdem ein Bekannter von dem Zeugs süchtig wurde, änderte er seine Ansicht über die Droge, aber da war der Zug – das Kokain – schon in allen Nasen – der Zug war abgefahren. [1]

Die „lustigen“ Nebenwirkungen von Kokain

Eine zu hohe Dosis Kokain führt zum Tode!

Freud, der von der Annahme beseelt war, dass eine giftige Dosis für die Menschen sehr hoch sei, und dass es scheinbar keine tödliche Dosis gebe, wurde entgegen seiner Annahme gleich eines Besseren belehrt. Einem Freund, dem er die leckere Medizin verschrieb, starb an einer Überdosis Koks! Ein anderer Freund litt nach dem Schnupfen vom guten Kokain an paranoiden Halluzinationen, wobei er weiße Schlangen sah, die über seine Haut krabbelten. Nun, immerhin war es bis zum Jahre 1905 „in“ am Koks zu schnüffeln, doch immer mehr „kranke“ Häuser berichteten über Nasenschleimhautschäden, das dem Kokain zuzuschreiben war.

Kokain bringt Dich nicht nur zum schwitzen, sondern auch erweiterte Pupillen u.v.m. wird dem Kokain zugeschrieben!

Hier nun eine kleine Palette, was Kokain alles kann:

„Cocain wirkt erregend sowohl auf das zentrale wie auf das vegetative Nervensystem. Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur und Blutzuckerspiegel steigen an, Gefäße werden verengt, Schwitzen nimmt zu, die Pupillen weiten sich. Es kommt zu Antriebssteigerung, Appetit- und Müdigkeitsverlust, der von Rededrang, Unruhe und Aufgeregtheit begleitet sein kann. Die Toleranz gegenüber Alkohol, Opiaten und anderen Drogen ist für die Dauer der Cocain-Wirkung deutlich erhöht. Bei besonders hohen Dosierungen können auch halluzinatorische Effekte wie verschwommene Bilder, Lichtblitze, geometrische Formen und verzerrte Wahrnehmungen auftreten. Typisch für den Verlauf beim Cocain-Gebrauch ist nicht nur der spezielle Kick durch die euphorisierende Wirkung, sondern auch das depressive Stadium beim Runterkommen.“ [5]

Im Jahre 1912 wird Kokain in den USA verboten. Danach folgen andere Länder

So nahm das Schicksal seinen Lauf, denn als im Jahr 1912 „überraschenderweise“ die Zahl, der mit Kokain in Zusammenhang stehenden Todesfälle auf 5.000, rapide anstieg, wurde in den USA der Konsum von Kokain verboten. Im Deutschen Reich war etwas später, genauer gesagt im Jahre 1930, Schluss mit lustig! Doch wie es halt mit Verboten so ist, regte gerade dieses Verbot den Konsum der Droge erst richtig an. So kam in den 80er Jahren das Kokain in der Unterhaltungs- und Geschäftswelt wieder groß in Mode. Schließlich schrieb, und schreibt man heute noch der Droge Wunderdinge zu.

„Kokain schien perfekt zu sein, um ein Leben auf der Überholspur zu führen. Man glaubte, dass es „Energie lieferte“ und Leuten half, „wach“ zu bleiben.“ [2]

Und für die weniger Betuchten, Leut mit einem kleinen Geldbeutel, wurden auch Cannabis gern genommen. Okay, ob LSD, Cannabis oder Kokain ging es meistens nur darum, wo, und zu welchem Preis, man sich die bewusstseinserweiternden Drogen beschaffen kann, denn schließlich ging es mittlerweile nur noch darum in einer leistungsorientierten Gesellschaft noch irgendwie zu funktionieren. Zudröhnen, ausklinken oder saufen bis zum abwinken – Hauptsache man vergisst für kurze Zeit das sinnlose Hamsterrad treten! Nun, ich versteh das und deshalb verurteile ich keinen Mitmenschen, der so was tut. Überhaupt steht mir grundsätzlich kein Urteil an über andere Menschen zu richten. Das nur am Rande! Weiter im Text.

Diesen Zustand, die Sinnlosigkeit des Lebens zu bekämpfen, machten sich in den späten 70er-Jahren kolumbianische Drogenhändler zu Nutze. So schaffte ein ausgeklügeltes System den Kokainschmuggel in die USA, aber auch in Europa und Asien aufzubauen. Heute gibt es fast an jeder Straßenecke ein breit gefächertes Angebot von Drogen und das ist gut so! Ja, das ist gut so, denn würden sich die Leut von dem Zeugs befreien, dann würde dem bisschen Volk ja ins Bewusstsein fallen, dass diese Welt ein Irrenhaus ist. Das sei Ferne, denn wenn sich der Mensch vom Irrsinn befreit, dann können die Weltverschwörer nicht mehr über uns herrschen.
Zero Zero Zero

Ich bin nun so frei und zieh mir das jetzt mal durch die Nase, nein, ich lass meinen Schreibdurchfall erst mal sacken – Prost!

Bis neulich Dein Martin M. Luder (info-at-lefpilk.de)

Quellenangaben

  1. www.thema-drogen.net/drogen/coca-und-kokain-geschichte
  2. de.drugfreeworld.org/drugfacts/cocaine/a-short-history.html
  3. de.wikipedia.org/wiki/Cocalero
  4. www.eclipse-online.de/kokain.html
  5. de.drugfreeworld.org/drugfacts/cocaine/a-short-history.html
  6. www.eclipse-online.de/kokain2.html

 

Quelle: Kokain: Des einen FREUD, des anderen Leid

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