Der Spiegel auf dem Weg zum Kampfblatt – norberthaering.de

Mit seiner stark verspäteten und dafür umso tendenziöseren Berichterstattung über den Schwächeanfall von Hilary Clinton auf Spiegel Online zeigt der Spiegel, dass ihm das konsequente Führen seiner politischen Kampagnen inzwischen weit wichtiger ist als halbwegs seriöse Information der Leser.

In dem Bericht von Spiegel Online über den Schwächeanfall Hilary Clintons am 11.9., der erst um 10:44 Uhr des Folgetages online ging, ist gleich das zweite Wort „Verschwörungstheoretiker“. Das ist ein Begriff, der den Spiegel-Leuten inzwischen schon gewohnheitsmäßig und ohne Nachdenken zur Verunglimpfung falsch-Denkender aus der Feder läuft. Nur dass er in diesem Fall völlig sinnlos ist und außerdem noch dem Inhalt des Artikels diametral widerspricht. Falsch-Denkende sind hier diejenigen, die die Begeisterung des Spiegel für die Kandidatin Clinton nicht vollumfänglich teilen.

„Nur Verschwörungstheoretiker zweifelten bislang am Gesundheitszustand Clintons“, beginnt der Vorspann des Artikels. Das hat nicht nur nichts mit einer Verschwörungstheorie zu tun, es ist auch noch offenkundig falsch, wie sich später im Text herausstellt. Viele Leute zweifelten mit gutem Grund.

Weiter hinten heißt es noch einmal: „Rechte Verschwörungstheoretiker spekulierten in den letzten Wochen ohne jeden Ansatz von Belegen über Hirnschäden und Parkinson.“ Wieder hat das nichts mit einer Verschwörung zu tun. Man hätte das V-Wort mit „Wahlkämpfer“oder „Dreckschleudern“  ersetzen können, und es hätte mehr Sinn ergeben. Der zweite Teil, dass es keinerlei Anhaltspunkte gegeben hätte, ist wieder falsch, wie der Rest des Artikels zeigt. Dort wird nämlich berichtet:

„Clinton hatte im Juli 2015 ein zweiseitiges Attest ihrer Ärzte vorgelegt. Schon zuvor war bekannt, dass sie 1998 unter einer Thrombose litt und sich bei ihr im Dezember 2012 nach einer Gehirnerschütterung ein erneutes Blutgerinnsel bildete. Clinton selbst erwähnte ihre gesundheitlichen Probleme kürzlich in einem Interview, das das FBI mit ihr im Zuge der E-Mail-Affäre führte. Sie berief sich dabei auf einzelne Gedächtnislücken in Folge der Gehirnerschütterung.“

Quelle: Der Spiegel auf dem Weg zum Kampfblatt – norberthaering.de

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